Thomas Fuchs
Zeit-Diagnosen
Philosophisch-psychiatrische Essays
 
349 Seiten , 29 Abb. , Leinen
14,5 x 23,5 cm
€ 19,00 / sFr 20,00
ISBN 978-3-906336-35-0

 


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Die Essays dieses Buches stellen Zeit-Diagnosen in doppeltem Sinn: Diagnosen, die die Zeitlichkeit der menschlichen Existenz und das aus ihr entstehende Leiden betreffen; und Diagnosen, die pathologische Tendenzen der gesellschaftlichen Gegenwart aufweisen.

Beide Themenbereiche erweisen sich als miteinander verknüpft. Es ist das Ausweichen vor der Zeit und vor der wirklichen Gegenwart, welches das Leiden am Dasein erzeugt: Je mehr wir vor der Zeit fliehen, desto mehr Macht gewinnt sie über uns, und desto mehr leiden wir unter ihr. Und es ist die gleiche Flucht vor der Zeit des Lebens selbst, welche die problematischen Tendenzen der gegenwärtigen Kultur hervorbringt: die Beschleunigung der Zeitabläufe, die Entsinnlichung der Erfahrung, die Virtualisierung der Wirklichkeit ebenso wie den wissenschaftlich-technischen Kampf gegen die Sterblichkeit.

Den methodischen Hintergrund dieser Essays bildet die Phänomenologie leiblicher und lebensweltlicher Erfahrung. Denn in einer Zeit immer schnellerer wissenschaftlicher und kultureller Veränderungen kann gerade in der "Rettung der Phänomene", in der sorgfältigen Vergegenwärtigung primärer Erfahrungen ein Korrektiv zur Entfremdung von der Wirklichkeit liegen: Es geht darum, den Reichtum der Gegenwart neu zu entdecken.

Thomas Fuchs (geb. 1958), Studium der Medizin, Philosophie und Geschichte; Promotionen in Medizingeschichte und Philosophie; seit 1998 Privatdozent und Oberarzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Heidelberg.

Arbeitsgebiete: Phänomenologische Anthropologie, Psychopathologie und Psychotherapie; medizinische Ethik.

 
 

   
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